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Frühling in der Stadt

Als ich abends um halb elf aus der U-Bahn komme und die Rolltreppe hochfahre, sehe ich auf der hinabfahrenden Treppe eine Jogger nach oben laufen. Ich lasse mir Zeit und laufe nicht hoch, sondern lasse mich hochtragen. Es gibt verrückte Orte, an denen Sportverrückte trainieren. Natürlich ist der Jogger, in seinem engen und atmungsaktiven Sportdress vor mir oben. Trotzdem kommt es mir so vor, als wäre er wie vom Erdboden verschluckt worden. Kein Schatten, kein Geräusch. Doch als ich zwei Stufen vom Ausgang der Station hinuterlaufe, sehe ich, wie er um die Ecke biegt. Langsam. Da ist die Welt dann wieder zurechtgerückt. Vor einer Kneipe sehe ich bunte Glühlampen hängen, als würde dort schon zum Maitanz aufgespielt. Tatsächlich sitzt auf dem Barhocker, der für die Raucher draußen steht, eine Frau, vor ihr steht, sehr nah, ein Mann. Sie legen die Arme um einander. Ach ja, der Frühling. Jeder hat da so seine Lieblingsbeschäftigung.

Luminale

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Der Weg zum Palmengarten ist anstrengend. Ich sitze im Luminale-Express. Es ist voll. Ein Mann stellt sich neben mich. Sein Mitteilungsdrang ist unerschöpflich. Sein Dialekt weist ihn als Nachbarn aus. Das ist mir peinlich. Doch ich habe Glück, er kommt nicht aus meiner Heimatstadt, sondern aus einem Kaff nahe der Nachbarstadt, doch aufgewachsen in Unterfranken. Ich bin erleichtert. Der Fast-Monolog beginnt mit Fruchtbechern, die an Obstständen verkauft werden, ich erfahre, dass er Fahrrad nur bei schönem Wetter fährt, weil es ihm zur Zeit noch zu kalt ist. Er kann sich schlecht Namen merken, ständig überlegt er, wie einige seiner Gruppenteilnehmer heißen. Er hat auch ein Luminale Programm, aber selbstverständlich nicht dabei. Wozu auch, wenn man im Bus fährt. Ich verfluche meine Entscheidung, meine Kopfhörer zuhause gelassen zu haben. Aber ich wollte ja keine Musik hören, sondern nur ein paar Bilder machen. Der Mann hört nicht auf zu sprechen, nun geht es über Hochhäuser, naja, ...

Skandinavische Krimis

Wieso sind skandinavische Krimis eigentlich so fasznierend? Aber nicht nur die Bücher, auch die Filme. Ich schaue zur Zeit die Brücke und es ist einfach fantastisch. Es ist unprätentiös, aber es trifft einem doch mitten in Herz. Die Geschichte und die Menschen gehen so durch's Leben mit dem Fall, so als wäre es normal, doch ist es unerhört und erschreckend. Außerdem habe ich den Frühlingsroman "Blutstein" von Johan Theorin gelesen, der dritte Krimi aus dieser Jahreszeitenserie. Es ging um Trolle und Elfen, ein verschwundenes Kind und einen aktuellen Mord. Das Ende war überraschend, aber es war ein bisschen nebensächlich. Die Hauptsache war wieder einmal Öland und die Alvar. Und natürlich der liebenswerte Ex-Kapitän Gerlof. Empfehlenswert.

Theater Salomé

Am Freitag war ich mal wieder im Theater. Salome von Oscar Wilde stand auf dem Spielplan. Das Bühnenbild war vielversprechend und gefiel mir. Doch dann begann das Stück. Salome schrie, mir dröhnten die Ohren. Jochanaan schrie ebenfalls, allerdings nur auf Arabisch, anscheinend war es egal, was er brüllte. Salome war zwar von seinem Mund beeindruckt, vom Aussehen konnte sie es nicht sein, da er aussah wie der Imperator von Star Wars. Positiv war anzumerken, dass es diesmal keine Musikeinlagen gab, mit denen sonst oft die Theaterstücke gepimpt werden, doch die Musik hätte man ja bei all dem Gebrülle nicht hören können. Als der König auftrat, ein tuntiges Weichei, war ich mir nicht mehr sicher, meinen sie es ernst oder warum kommt jetzt Slapstick?  Es war ganz lustig, aber ich hatte durch das vorhergehende Brüllen immer noch Schmerzen. Und das Gebrülle sollte auch noch nicht aufhören, denn auch Herodias, Salomes Mutter, schrie und kreischte, zusammen mit Salomé, während...

Frühling

Neben der S-Bahnsstation mitten auf der Einkaufsmeile liegt am späten Nachmittag ein Mann in einen Schlafsack eingemummelt. Die Menschen eilen vorbei, in Frühlingslaune. Er hat seine Turnschuhe ganz ordentlich hinter sich an die Mauer gelehnt. Er nutzt die Wärme, die die Mauer abgibt.

Ostereier und Strickguerilla

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Fast wie Ostereiersuchen... Ich finde mal wieder die Arbeiten der Strickguerilla.

Bücher kaufen

Die Kassiererin in der großen Buchhandlung war nicht gut drauf. Vielleicht lag es daran, dass eine große Umräumaktion stattgefunden hatte und Kunden, z. B. ich, ein bisschen planlos durch die Buchhandlung schossen. Ja, es gab auch einen Plan, wo was zu finden war, aber nachdem Fantasy an derselben Stelle wie vor dem Umräumen war, hatte ich nicht gleich erkannt, dass etwas anders war und es erst im dritten Stock gemerkt. Und dann war mir nicht klar, wo ich das Psychobuch suchen sollte, im Untergeschoß bei Lebenshilfe und Esoterik oder ganz oben unter Fachpsychologie. Es war dann egal, weil es nicht vorrätig war und ich später dann doch den Internetbuchhändler beauftragt habe. An der Kasse jedenfalls haben wir Kunden uns schön in die Schlange gestellt, wir wären ganz sicher in England nicht aufgefallen. Es war Frühling, die Sonne schien, da waren wir gut gelaunt. Doch wir wurden zurechtgewiesen. "Stellen Sie sich doch auch bei meiner Kollegin an." Wir Kunden sahen uns an. ...