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Radfahrer, das fremde Wesen

Was in den Köpfen vieler Radfahrer wohl so vor sich gehen mag? Ich verstehe die meisten, also besser, die, die mir Tag für Tag unangenehm auffallen, nicht. Gerade, wenn man meist als Fußgänger oder mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist, wundert und ärgert man sich. Müßig ist es, zu fragen, warum rote Ampeln für die meisten Radfahrer nicht gelten. Selbst diejenigen, die dann auch noch einen Kindersitz draufgeschnallt haben, rasen über Zebrastreifen und rote Ampeln. Regelmäßig erschrecken sich Fußgänger fast zu Tode und hüpfen wie die Hasen, wenn man beim Überqueren der Straße, am Zebrastreifen oder auch bei Grün an der Fußgängerampel von einem hinter den wartenden Autofahrern hervorschießenden Radler fast umgefahren wird. Slalom durch die Fußgängerzone oder auch das gerne praktizierte in der falschen Richtung auf dem Radweg Fahren, sind für Fußgänger noch die kleineren Probleme. Die dauerhafte Benutzung der Bürgersteige trifft mittlerweile auf Fußgänger, die sich in ihr Schic...

Von echten Büchern und Eselsohrenknickern

Eigenartig, mal wieder ein echtes Buch gelesen, also eines, das gedruckt wurde. Zum Blättern musste ich die Seiten anfassen. War gar nicht so schlecht. Habe danach sofort ein Weiteres zur Hand genommen und aufgeschlagen. Ich kann’s noch! Doch ich habe das Buch in der Stadtbücherei ausgeliehen und dabei ganz vergessen, was mich früher schon an den geliehenen Büchern gestört hat, dass die Vorleser (in diesem Fall diejenigen, die das Buch vor mir ausgeliehen und gelesen haben) bei geliehenen Büchern Eselsohren zur Markierung der Leseposition einknicken. Ich verstehe diese Unart schon grundsätzlich nicht, aber jeder kann ja mit seinen Büchern das machen, was er möchte, jedoch nicht mit einem geliehenen Buch. Schließlich wurden doch Lesezeichen erfunden und man kann auch selbst viele Dinge zum Lesezeichen umfunktionieren, wobei ich aber nicht übriggebliebene Salamischeiben meine, aber vielleicht ist das Eselsohrknickern zuzutrauen. Das Buch selbst war etwas mysteriös. „Das Seil“ von...

Bäckergeschichten

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Morgens beim Bäcker. Es gibt keine Eierweck. Stattdessen wird mir ein Rosinenbrötchen oder ein Schokobrötchen angeboten. Ernsthaft, damit kann man doch kein Eierweck ersetzen. Wenn ich so etwas wollte, hätte ich es bestellt. Meiner Meinung nach sind Rosinenbrötchen so überflüssig wie ein Kropf, diese seltsamen getrockneten Trauben erinnern mich an Maden und die esse ich auch nicht. Und von diesen komischen braunen Dinger, die in Schokobrötchen eingebacken werden und mit Schokolade so viel gemeinsam haben, wie ein Goldfisch mit Gold... Aber weil so schönes Frühlingswetter ist, stört es auch nicht weiter. In der Büroschublade finde ich noch einen Keks oder etwas, das so ähnlich ist wie ein Keks.

Inspiration Ror Wolf

Ein Bild von Ror Wolf sollte uns vergangene Woche inspirieren. Und das kam mir in den Sinn: Ach, dachte ich, als ich die Brötchen bezahlt hatte und die Bäckerei verließ, da kommt ja gerade mein Haus auf einer großen Welle vorbei. Wohin will es nur ohne mich? Schnell lief ich zu Alfred, damit er mir sein Boot leiht. Wir paddelten dann gemeinsam hinterher. Es nervt,wenn es das tut, sagte ich. Aber Alfred war guter Dinge. Zum Glück haben wir Brötchen. Ja, schon, doch im Haus steht die Orangenmarmelade auf dem Tisch, die habe ich selbstgemacht. Ich winkte meinem Haus, doch es drehte mir seinen Rücken zu. Na, warte, komm' du mir nach Hause!

Am Morgen

Meine U-Bahn fällt aus und ich muss fast 10 Minuten auf die nächste warten. Also erst einmal hinsetzen und lesen. Dazu muss ich zunächst der Frau am Ende der Bank, die auch ihrer Handtasche einen eigenen Sitzplatz gönnt, klarmachen, dass ich mich setzen möchte.  Nun werde ich auf der linken Seite durch die Musik der Frau beschallt, die ihre billigen Kopfhörer im Smartphone stecken hat. Keine ordentlichen In-Ears oder geschlossene Kopfhörer von Mitmenschen sind rund um das Bahnfahren die Pest. Auf der rechten Seite husten und schniefen gleich zwei Frauen um die Wette. Die Frau zwei Plätze weiter gewinnt, denn was sie so in ihrer Nase hochrüsselt, klingt wie in einem Schweinekoben. Es hilft nichts, auch mein smartes Telefon muss mir helfen, mich in die Wohlfühloase zu bringen, selbstverständlich habe ich hochwertige Ohrhörer, die nur meine Gehörgänge und nicht meine Mitmenschen beschallen. Es klappt, denn sofort legt sich Chunga's Revenge auf meine Ohren. Eines meiner ulti...

Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau

Jetzt habe ich mir mal wieder bis zum Ende ein Buch angetan, von dem ich nicht weiß, warum ich es tatsächlich komplett gelesen habe. Das passiert mir eigentlich in letzter Zeit gar nicht mehr so häufig. Wenn es nichts gibt, was mich begeistert, dann höre ich auf. Das habe ich mich früher fast nie getraut. Dabei wusste ich gar nicht so recht warum. Vielleicht weil ich die Hoffnung hatte, dass es doch noch etwas geben könnte, später im Buch, was es lohnenswert macht. Meistens war das nicht der Fall. Bei diesem Buch, das vorne auf dem Titel von einer Kritikerin stehen hatte, "unglaublich komisch, verführerisch, witzig und romantisch", trifft nichts von diesen Adjektiven zu. Es ist ganz nett geschrieben, aber es war nicht witzig und auch nicht verführerisch (wobei ich nicht weiß, was das bedeuten soll, verführerisch, um es weiterlesen zu wollen, um sich in jemanden zu verlieben?). Es war vorhersehbar und für mich wirklich schlimmste: Es gab zwei Ich-Erzähler, die Heldin und de...

Radfahren

Ich will nicht immer tolerant sein. Mich nerven Radfahrer. Vielleicht gibt es welche, die sich korrekt und nicht nervig verhalten, aber das sind wahrscheinlich so wenig oder man trifft sie nicht, weil sie sich korrekt verhalten. Ich habe genug von Radfahrern, die aus Angst vor den Autofahrern nicht auf der Straße, sondern auf dem Bürgersteig rasen und die dann auch noch klingeln und dadurch nötigen, auf die Seite zu gehen. Auf einem Gehsteig ohne Radweg wurde ich hintereinander von zwei Radfahrern angeklingelt, die an mir vorbei wollten. Ich habe so wütend hinter denen hergebrüllt, dass sich die dritte Radlerin dahinter nicht mehr an mir vorbeigetraut hat und dann stattdessen gegen die Fahrtrichtung die dreispurige Straße genommen hat, um an mir vorbeizukommen. Neulich hätte mich am Bahnsteig einer unterirdischen S-Bahn-Station fast ein Fahrradfahrer angefahren, als ich gerade zur Tür der haltenden S-Bahn laufen wollte. Ich konnte gerade noch stoppen. Radfahrer quetschen sich in ...