Fundstücke

Am Freitag um 18:37 Uhr gingen in der U-Bahn an der Endhaltestelle die Lichter aus. Die Menschen strömten am Bahnsteig entlang und wollten so schnell wie möglich nach einer Arbeitswoche nach Hause. Manche trugen schwer an ihren Einkaufstaschen. Derweil gingen in der Bahn die Lichter wieder an. Die Türen schlossen sich und die Bahn fuhr ab. Im zweiten Wagen standen zwei Menschen und starrten mit offenen Mündern nach draußen auf den Bahnsteig.

Es war wieder einmal passiert. Diese beiden hatten die Durchsage "Endstation. Alle aussteigen!" überhört oder ignoriert. Sie waren sitzengeblieben, konnten nicht glauben, dass es nicht weiterging. Und es ging weiter. Sie fuhren in den dunklen Tunnel und waren verschwunden.

Als die U-Bahn zehn Minuten später auf der anderen Seite des Bahnsteiges wieder einfuhr, war die Bahn erleuchtet, aber leer. Die U-Bahn würde nun ihren Weg zur anderen Endhaltestelle beginnen.

Jedoch hinten im Tunnel, in dem die Bahn vor zehn Minuten verschwunden war, wenn man sich rechts hielt, konnte man durch einen schmalen Gang in einen großen Saal gelangen. Dort standen sie, die Vergessenen, Verpassten, in Regalen und warteten. Darauf, dass jemand kommen würden und sie abholte. Wenn es sein musste warteten sie jahrelang.

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