Zum Beweis für die nach Wetterbericht angekündigten schlechten Tage. Hier der Beweis, dass es die Sonne gibt und wie schön das aussieht in Sachsenhausen, der Blick auf das EZB-Hochhaus!
Es ist anstrengend am Morgen durch die Siemensstraße zu laufen. So viele Autos. Deswegen ist es angenehmer, sich Kopfhörer einzustöpseln und sich aus der äußeren Welt zurückzuziehen. So laufe ich auf die Bushaltestelle zu. Ein Mann, eine Frau mit Cowboyhut und eine Mutter mit Kind warten dort. Plötzlich beginnen die Frauen ihren Kopf zu schütteln. Fast synchron stehen sie an der Bushaltestelle und schütteln den Kopf, auch das Kind der Frau schüttelt seinen Kopf. "Was machen die?", frage ich mich. Sie haben nicht miteinander gesprochen. Da sehe ich, wie der Bus an mir vorbeifährt, hin zur Bushaltestelle. Niemand steigt ein.
„Natürlich bin ich früher da“. Dieser Satz beschäftigte mich seit einer Woche. Als Aufgabe in einer Schreibwerkstatt, an der ich teilnahm, sollte ich eine Geschichte mit diesem Satz beginnen und beenden sollte ich sie mit: "Übrigens habe ich auch keinen erwartet." Als ich das auf meiner Aufgabenliste las, entstand ein Bild in meinem Kopf. Eine Frau feiert, ein Freund will früher kommen, um zu helfen. Am Ende bereitet sie die Feier alleine vor, weil er, mal wieder, wie so oft, zu spät kommt und noch nicht mal einen Strauß Blumen dabei hat. Er ist zerknirscht und sagt, es tut ihm leid. Und sie sagt, übrigens habe ich auch keinen erwartet, und gemeint ist, ein Blumenstrauß. Ist doch ganz einfach. Nur, dass das Dazwischen nicht kommen will. Das Dazwischen klingt wie in einem dieser witzigen Frauenromane. Es geht um Älterwerden, Geschenke bekommen und warum die Erzählerin das boykottiert. Schauerlich, finde ich und höre nach einer halben Seite wieder auf. Also gut, ein anderer Ans...
Der Weg zum Palmengarten ist anstrengend. Ich sitze im Luminale-Express. Es ist voll. Ein Mann stellt sich neben mich. Sein Mitteilungsdrang ist unerschöpflich. Sein Dialekt weist ihn als Nachbarn aus. Das ist mir peinlich. Doch ich habe Glück, er kommt nicht aus meiner Heimatstadt, sondern aus einem Kaff nahe der Nachbarstadt, doch aufgewachsen in Unterfranken. Ich bin erleichtert. Der Fast-Monolog beginnt mit Fruchtbechern, die an Obstständen verkauft werden, ich erfahre, dass er Fahrrad nur bei schönem Wetter fährt, weil es ihm zur Zeit noch zu kalt ist. Er kann sich schlecht Namen merken, ständig überlegt er, wie einige seiner Gruppenteilnehmer heißen. Er hat auch ein Luminale Programm, aber selbstverständlich nicht dabei. Wozu auch, wenn man im Bus fährt. Ich verfluche meine Entscheidung, meine Kopfhörer zuhause gelassen zu haben. Aber ich wollte ja keine Musik hören, sondern nur ein paar Bilder machen. Der Mann hört nicht auf zu sprechen, nun geht es über Hochhäuser, naja, ...