Geschichten aus dem Untergrund
Heute Morgen gab es eine Signalstörung. Die U-Bahn musste im Tunnel warten. In der Station angekommen, fuhr mir, wie jeden Tag in dieser Woche, die S-Bahn Richtung Südbahnhof gerade davon. Als nächste Bahnen wurden nur noch Züge nach Offenbach angezeigt.
Die Anzeigentafeln sind Richtwerte, die wenig über die tatsächliche Ankunft und Reihenfolge der angezeigten Züge aussagen, trotzdem kann es auch vorkommen, dass die Anzeigen einigermaßen stimmen. Ich entschied mich die nächstfolgende Bahn zu nehmen, auch wenn das bedeutet, an der für mich meistgehassten Station Mühlberg auszusteigen. Passenderweise war es ein Zug nach Hanau, die einzige Strecke, auf der noch die alten S-Bahnen fahren, die entweder zu kalt oder zu heiß sind.
In diesen Zügen sitzen die Zurückgebliebenen, die nicht in einem anderen Zug fahren können, weil sie zu fertig oder zu traurig aussehen. Wenn nach kräftigen Reißen die Tür mit einem gequälten Ton aufschwingt und man hineintritt, gerät man selbst sofort in diese Parallelwelt und man wird ebenfalls farblos, mutlos und ein Außenseiter. Die Welt draußen bleibt bunt und manchmal auch freundlich zurück, während man selbst mit den anderen Sitzengebliebenen vor sich hinbrütet. Das Licht, gerne flackernd, ist hell, aber nicht warm. Man ist angekommen in einer fremden Welt und wartet darauf, dass es vorübergeht und man, erlöst, wieder zurückkann in seine echte Welt, in der man selbst und alle Mitfahrer nicht wie Fehlbesetzungen aussehen.
Die Anzeigentafeln sind Richtwerte, die wenig über die tatsächliche Ankunft und Reihenfolge der angezeigten Züge aussagen, trotzdem kann es auch vorkommen, dass die Anzeigen einigermaßen stimmen. Ich entschied mich die nächstfolgende Bahn zu nehmen, auch wenn das bedeutet, an der für mich meistgehassten Station Mühlberg auszusteigen. Passenderweise war es ein Zug nach Hanau, die einzige Strecke, auf der noch die alten S-Bahnen fahren, die entweder zu kalt oder zu heiß sind.
In diesen Zügen sitzen die Zurückgebliebenen, die nicht in einem anderen Zug fahren können, weil sie zu fertig oder zu traurig aussehen. Wenn nach kräftigen Reißen die Tür mit einem gequälten Ton aufschwingt und man hineintritt, gerät man selbst sofort in diese Parallelwelt und man wird ebenfalls farblos, mutlos und ein Außenseiter. Die Welt draußen bleibt bunt und manchmal auch freundlich zurück, während man selbst mit den anderen Sitzengebliebenen vor sich hinbrütet. Das Licht, gerne flackernd, ist hell, aber nicht warm. Man ist angekommen in einer fremden Welt und wartet darauf, dass es vorübergeht und man, erlöst, wieder zurückkann in seine echte Welt, in der man selbst und alle Mitfahrer nicht wie Fehlbesetzungen aussehen.
Doch die Station Mühlberg vermittelt einem nicht das Gefühl von Erleichterung. Dort ist es immer kalt. Sie ist zu groß, wie eine Kathedrale und hat doch nur einen Ausgang. Die Rolltreppe zeigt immer rot und ich muss mich zu Fuß die Treppe hinaufschleppen.
Auch heute ging die Rolltreppe nicht und deshalb bin ich nicht gerüstet, um durch die Unterführung zu gehen. Dort, wo oben auf den Gleisen die Fernzüge aus Würzburg und München Richtung Hauptbahnhof brausen, darunter hocken die fetten Stadttauben. Sie gurren und haben bereits den gesamten Boden, Asphalt und Bürgersteig mit ihrem Kot bedeckt. Weil es kalt ist, habe ich eine Mütze auf, das vermittelt ein wenig Sicherheit. Weil es aber kalt ist, sind auch die Tauben zuhause und gurren hinter mir her. Das nächste Mal, wenn ich am Mühlberg aussteige, fahre ich mit der Straßenbahn unter der Bahnstrecke durch, dann muss ich auch nicht die Tauben hören.
Auch heute ging die Rolltreppe nicht und deshalb bin ich nicht gerüstet, um durch die Unterführung zu gehen. Dort, wo oben auf den Gleisen die Fernzüge aus Würzburg und München Richtung Hauptbahnhof brausen, darunter hocken die fetten Stadttauben. Sie gurren und haben bereits den gesamten Boden, Asphalt und Bürgersteig mit ihrem Kot bedeckt. Weil es kalt ist, habe ich eine Mütze auf, das vermittelt ein wenig Sicherheit. Weil es aber kalt ist, sind auch die Tauben zuhause und gurren hinter mir her. Das nächste Mal, wenn ich am Mühlberg aussteige, fahre ich mit der Straßenbahn unter der Bahnstrecke durch, dann muss ich auch nicht die Tauben hören.