Dennoch
Anfänge sind manchmal schwierig. Welchen Anfang soll man wählen, damit der Leser neugierig wird.
Hier also ein Versuch, ein Übung aus der Schreibwerkstatt mit "dennoch" zu beginnen.
Hier also ein Versuch, ein Übung aus der Schreibwerkstatt mit "dennoch" zu beginnen.
Dennoch
gehe ich heute abend wieder in mein Stammlokal. Eigentlich hielt ich es nicht
aus. Sie war unmöglich. Sie brachte mich in Rage. Ich konnte meinen Mund nicht
halten. Es war kalt, als ich das erste Mal die Tür öffnete. Es war ein dunkler
Nachmittag im November. Ich brauchte einen heißen Grog. Seit zwei Tagen jobbte
ich an Horsts Gemüsestand und ich konnte meine Finger kaum noch spüren. Margit
lächelte mich an, als ich hereinkam. Sie redete nie viel. Sie brachte mir den
bestellten Grog und kam mir wie ein Engel vor. Auch wann ich dafür einen halben
Stundenlohn zahlen musste. Seit diesem Tag hatte ich eine Freundin, eine
Vertraute. Komisch, dabei lächelte sie mich nie wieder so an, wie an diesem
ersten Tag. Wenn ich etwas erzählte, nickte sie manchmal, meistens sagte sie, "ach was, hab' dich doch nicht so." Oder: "So sind die Menschen eben." Aber sie
hörte mir zu. Dachte ich wenigstens. Bis ich merkte, dass sie zu den anderen
Gästen auch so war. Da wurde ich wütend und schrie sie an. Sie sagte nur, "von
mir bekommst du heute nur noch Kaffee."
So
ist es eben mit uns. Wenn ich dann spät am Abend gehe, sage ich, "morgen komme
ich nicht." Sie nickt und sagt "tschüß." Dennoch.