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Strickguerilla war unterwegs

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Schön, wenn man so plötzlich auf was Warmes, Buntes trifft!

Geschichten in den Untergrund

Am Abend hat sich ein weißer Belag auf die Straßen gelegt. Wie auf einem Pfad kann ich den Wegen der Autos oder auch der Menschen folgen. Ich entscheide mich für den weißen Weg bis zum Lokalbahnhof. Er führt sogar bis hinein in die S-Bahn. Auch dort ist der Boden weiß bedeckt. Als ich zuhause meine Schuhe ausziehe, glitzern meine Absätze.

Geschichten aus dem Untergrund

Heute Morgen gab es eine Signalstörung. Die U-Bahn musste im Tunnel warten. In der Station angekommen, fuhr mir, wie jeden Tag in dieser Woche, die S-Bahn Richtung Südbahnhof gerade davon. Als nächste Bahnen wurden nur noch Züge nach Offenbach angezeigt. Die Anzeigentafeln sind Richtwerte, die wenig über die tatsächliche Ankunft und Reihenfolge der angezeigten Züge aussagen, trotzdem kann es auch vorkommen, dass die Anzeigen einigermaßen stimmen. Ich entschied mich die nächstfolgende Bahn zu nehmen, auch wenn das bedeutet, an der für mich meistgehassten Station Mühlberg auszusteigen. Passenderweise war es ein Zug nach Hanau, die einzige Strecke, auf der noch die alten S-Bahnen fahren, die entweder zu kalt oder zu heiß sind. In diesen Zügen sitzen die Zurückgebliebenen, die nicht in einem anderen Zug fahren können, weil sie zu fertig oder zu traurig aussehen. Wenn nach kräftigen Reißen die Tür mit einem gequälten Ton aufschwingt und man hineintritt, gerät man selbst sofort in diese Pa...

Geschichten in den Untergrund

Heute morgen auf meinem Weg in den Untergrund begrüßt mich als erstes David Beckham, trotz der fiesen Temperaturen, in Unterwäsche. Über sein Plakat hat ein anscheinend genervter Fußballfan (?) geschrieben: Spiel lieber Fußball.

Ein Spaziergang

Als ich aus dem Haus ging, steckte ich mir die Kopfhörer in die Ohren. Ich drückte fest, mit einem leisen Plopp schmiegten sie sich in meine Ohrmuscheln. Die Töne der Welt waren verstummt. Als U2 mit dem Dylan-Song „All along the watchtower“ begann, lief ich los. Ich lief Richtung Westen. Ich wollte nicht in die Dunkelheit gehen, sondern in den Tag. Ich lief aus Frankfurt hinaus, den Main entlang zum Rhein. The Bird and the Bee spielten „Diamond Dave“. Es ging gut voran und ich bekam Lust, auch ein wenig mitzusingen. Im Rheingau hörte ich deshalb MIA und „Mein hungriges Herz“. Weil die Sonne so warm schien, sang ich  bei Rammsteins „Sonne“ laut mit. Ich lief weiter, ich lief schneller. Es ging Richtung Frankreich. Als ich die Grenze nach Frankreich passierte, suchte ich mir „Voilà l’été“ von Les Negresses Vertes aus, machte dann weiter mit Black Sabbath und „Planet Caravan“, weil das so schön groovt und eher untypisch für die Hard Rocker ist. Aber wenn ich schon dabei war, wollte i...

Geschichten aus dem Untergrund

Der Mann vor mir auf der Rolltreppe nach oben lässt sich seine braunen Lederschuhe an den Bürsten der Rolltreppe putzen, erst der rechte und dann der linke Schuh. Ich stelle aber fest, dass das nicht an jeder Rolltreppe möglich ist. Viele haben an der Seite keine Bürsten.

Die Kaffeemaschine

Eine Aufgabe aus einer Schreibwerkstatt. Das Ende der Geschichte sollte ein "Ach" sein: Als sie morgens aufstand, war die Kaffeemaschine, sie hatte den schönen Namen Mariposa, kaputt. Einfach über Nacht kaputtgegangen. „Ach“, dachte sie, „wie blöd. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich früher aufgestanden, denn dann hätte ich noch Zeit gehabt, mir vor der Arbeit im Coffeeshop einen Kaffee zu holen.“ Doch wie hätte sie das wissen können. „Ach was“, dachte sie weiter, „ist mir doch egal. Ich gehe trotzdem dort vorbei und gönne mir einen ganz leckeren koffeinfreien Latte Macchiato, grande, natürlich. Dann komme ich eben etwas zu spät.“ Und so machte sie es auch. Sonst verlief der Tag ohne Probleme. Sie konnte tatsächlich ihre Arbeit so erledigen, wie sie es geplant hatte. Es gab keine ungewöhnlichen Anrufe, die ein sofortiges Eingreifen ihrerseits nach sich gezogen hätten. Sie konnte ihr Projekt in Ruhe bearbeiten. Sämtliche Ansprechpartner waren zu erreichen. „Ach, das ist j...