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Schreiben kann so leicht sein

Eine kurze Geschichte Alles vorbereitet. Heute beginnt mein Leben als Schriftstellerin. Eine Woche Urlaub genommen. Der Wecker hat um 8 geläutet. Noch ein wenig liegen geblieben. Kaffee gekocht. An den Schreibtisch gesetzt und den neuen Block bewundert. Mit dem neuen Füller, ls und ms auf das Blatt geschrieben. Die königsblaue Tinte sieht sehr schön aus. Ein paar Bleistifte angespitzt. Aufgestanden und ein wenig aus dem Fenster geschaut. Der Kaffeebecher ist schon wieder leer. In der Küche Kaffee geholt. Ein kleines Hungergefühl im Bauch. Wieder in die Küche und ein paar Cornflakes gegessen. Wieder Kaffee gekocht. Zwei Ideen für den Titel gehabt. Den Bucheinband vorgestellt. Titel klingen zu sehr nach Frauenroman. Titel wieder durchgestrichen. Blätter weggeworfen. Eingefallen, dass heute die Müllabfuhr kommt. Schnell die Mülltonnen rausgestellt und danach noch ein bisschen Blumen gegossen, ein kurzer Plausch mit der Nachbarin. Konnte gar nicht glauben, dass ich nun angefangen ha...

Zombies in der U-Bahn

Am Freitag war ich ein wenig aus der Zeit gefallen. Ich hatte einen Termin und war eine halbe Stunde später dran als üblich. Die U-Bahn war voll, ich stand mit anderen Leuten im Gang. Vor mir ein Mann mit seiner kleinen Tochter, vielleicht vier Jahre alt. Eine Frau fragte den Mann, ob er sich setzen wollte. "Das geht schon.", sagte er. Die Frau gab aber nicht auf. Sie fragte die Tochter: "Oder willst Du Dich vielleicht setzen?" Sie stand auf und das Mädchen setzte sich. Es schaute die Frau nicht an und sagte auch nichts. Der Vater meinte: "Super." Kein Danke des Mädchen oder des Vaters. Nicht einmal geschaut haben sie, wer da freundlich war. Ich machte mir so meine Gedanken, hielt mich fest, denn die Bahn fuhr. Plötzlich sah ich meine Mitfahrer. Sie starrten alle auf ihre Smartphones, einige tippten völlig hektisch, eine andere hielt das Handy in der einen, in der anderen den Kaffeebecher. Wieder andere hatten Kopfhörer im Ohr. Ich sah mich um, überall d...

Flarf

Sehnsucht - Tanzen - Hunger Dreiländereck Sehnsucht, die man tanzen kann und hungrig nach Glück die Folgen von Hunger sind die ersten Bilder des letzten Tanzes Die Sehnsucht stirbt zuletzt eher sterben die Menschen an Hunger als an Malaria, Aids und TBC, nein mehr bei schönem Wetter an der Strandbar was ist Hunger die ersten Bilder des letzten Tanzen entstehen, erstehen ganz selten durch zu wenig Nahrung

Lyx - Wettbewerb 5 Jahre - 5 Geschichten

Ab sofort könnt Ihr für die schönste und romantischste Geschichte beim Lyx-Schreibwettbewerb abstimmen. Kerrin Skadis Geschichte hat es bis unter die besten 20 geschafft. Wir Inklings freuen uns mit ihr. Die Orsini-Affäre macht einfach Lust auf mehr. Was hat es mit dem geheimnisvollen Tagebuch aus sich? Warum ist Milford plötzlich so nett zu Mina? Hier geht's zu Kerrins Beitrag!

Eine Geschichte

Das Parkdeck Die Aufzugtür öffnete sich. Sie trat hinaus. Natürlich war sie allein. Das hatte sie nicht anders erwartet. Aber es stand auch nur ein Auto auf dem Parkdeck. Ein alter roter Porsche, ein bisschen angerostet. Sie schaute nach links zu den Familienparkplätzen. Alles leer. Es war kein verwinkeltes Parkdeck, sie konnte es komplett vom Aufzug aus übersehen. Zum Verstecken nicht geeignet. Aber sie wollte sich nicht verstecken. Sie wollte nur nicht gesehen werden. Sie ging über das Deck bis zum westlichen Ende. Als sie an der Brüstung stand blickte sie hinunter in die Börsenstraße. Sie kontrollierte ihre Uhr. Auf dem Blechdach über ihr lief eine Taube hin und her. Durch das Metall wurde das Geräusch so verstärkt, dass sie sich die Taube in Adlergröße vorstellte. Die Zeit passte, sie schaute nach unten, zum Gebäude der IHK, in dem sich auch die Börse befand. Da bogen bereits zwei Sicherheitsleute um die Ecke. Einer entfernte sich und ging zwei Schritte zum Papierkorb. Wo...

Drei Stile - eine Meldung - Nr. 3

Der Mann lief durch den Park, um zu seiner Freundin zu kommen. Das Gras leuchtete blau in der Sonne. Die Frühlingsdüfte lärmten in seinen Ohren, sogar das Vogelgezwitscher roch anders. Da erschien vor ihm ein Kamel. Es schnappte nach seinem Ärmel, doch er hatte Glück, es war seine dritte, unsichtbare Hand, die es erwischte. Diese war schmerzunempfindlich. Vor ihm blähte sich das Kamel auf und wurde größer und größer, dann aber schrumpfte es wieder zusammen, es zog sich in die Länge wie ein Kaugummi, wurde dünner und verschwand durch ein Nadelöhr. Der Mann steckte sich die Nadel an sein Revers, er wollte sie seiner Freundin mitbringen.

Drei Stile - eine Meldung Nr. 2

Stefan war auf dem Weg zu seiner Herzensdame. Er hatte sein Tagwerk für heute vollbracht. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten. Es wurde Frühling. Die Luft roch bereits nach neuem, frischen Grün. Sein Herz schlug schnell als er die Abkürzung durch den Park nahm. Die Krokusse leuchteten gelb und orange. Er begann ein kleines Liedchen zu pfeifen. Er dachte an Susann. Gleich würde er sie fest in seine Arme schließen, seine Lippen auf ihre weichen Lippen pressen. Da drang ein beißender Geruch in seine Nase. Wie in einem Stall. Erschrocken blieb er stehen. Ein Kamel sah ihn aus mit langen Wimpern verhangenem Blick an. Doch schon kam es bedrohlich auf ihn zu. Es öffnete die wulstigen Lippen am Maul und biss ihm in den Arm. Glücklicherweise hatte er noch eine mollige Jacke an und so blieb sein Arm fast unverletzt. Doch das Kamel setzte elegant mit einer seiner Schwielensohlen auf Stefans Fuß auf und drehte sich dann um. Stefan reagierte sofort und versuchte, sich so schnell wie möglich ...