Das Herz - Teil 1


In einem Land nicht allzu weit entfernt, schloss Philomena ihre Haustüre hinter sich. Sie schaute nicht zurück. Sie war bereits weit fort in ihren Gedanken und bald würde sie es auch tatsächlich sein. „Finde Dein Selbst!“ die Stimme in ihrem Schädel trieb sie zur Eile. Bald summte sie den Satz als Melodie, als Mantra vor sich hin.

Sie war bereits weit gekommen, als ihr plötzlich die Veränderung auffiel. Sie sah auf, der strahlende Morgen, in dem sie ihre Wanderschaft begonnen hatte, war einem rötlichen Schimmer gewichen, hell zwar, doch fremd. Jetzt fielen ihr auch Felsen auf, die ihren Weg erst als Steine begleiteten, doch nun immer größer und größer geworden waren und den Weg verengten, bis sich in der Ferne ein Berg auftat.

Wie aus dem Nichts stand plötzlich ein Mensch vor ihr, ein Mensch aus Fleisch und Blut. Seit Beginn ihrer Wanderung hatte sie weder Mensch noch Tier gesehen. Sie wich zurück. Aber auch der Mensch vor ihr stockte. "Wer bist Du?" stammelte er verwirrt. Er versperrte ihr den Weg. "Lass mich vorbei, ich bin auf einer Suche!" Sie drängte sich an ihm vorbei und streifte versehentlich seinen Arm. Mit einem Ratsch riss sein Ärmel. Der Mann schrie erschrocken auf und fasste an seinen Arm. Mit einem entsetzten Blick auf Philomena rannte er davon.

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