Lambchop in Frankfurt

Lambchop spielte gestern in der Union Halle. Der Abend war schön, aber auch seltsam. Während des Konzerts stellte ich mir doch so einige Fragen. Warum müssen die U35 ständig von ihren Plätzen aufspringen und irgendwohin, während die Ü40 sich dem Konzertgenuss hingeben und erst dann aufstehen, wenn es zuende ist?
Warum muss der Service der Union Halle hinter der Bar bei einem leisen Konzert so laut auf- und umräumen, dass das Geklirre der Gläser furchtbar stört?

Das Konzert beginnt mit der Background-Sängerin Cortney, die ohne Kurt und Tony, mit den anderen Musikern vier Lieder singt. Die Coverversion von Talking Heads "Heaven" bleibt mir hier im Gedächtnis. Die Jungs an den Instrumenten sind entweder super cool oder haben keinen Bock. Allen voran der bärtige Typ, Ryan, am Keyboard. Courtney hat sich für Rotwein entschieden, die anderen trinken doch lieber Wasser. Nach den vier Liedern winkt Ryan uns kurz zu und ist schon auf der Treppe, um hinter der Bühne zu verschwinden.

Doch nach einer Stunde beginnt endlich das eigentliche Konzert und Kurt und seine Leute spielen uns hauptsächlich Songs ihrer neuen Platte Mr. M. Es ist still und meditativ, abgesehen von Gläserklirren und Geschepper an der Bar. Ich versinke in der Musik. Ich schließe die Augen und vertiefe mich in die neuen Lieder, die ich noch nicht so häufig gehört habe. Im zweiten Teil des Konzert, nachdem Kurt seine Mitstreiter vorgestellt hat, tauen die beiden Veteranen auf und Tony am Flügel erzählt ein paar versaute Witze.
Als Lambchop "My blue wave" spielen, bin ich aber erst so richtig glücklich. Das ist von meiner Lieblingsplatte und bei dieser Tour 2002 war ich das erste Mal auf einem Lambchop-Konzert. Der Weg ins Ostend hat sich gelohnt.

Als wir nach draußen gehen, meint die Frau neben mir auf der Treppe zu ihrem Begleiter. "O Mann bin ich müde, die Musik war ja schön, aber die haben ja das ganze Konzert so langsame Lieder gespielt, nur das letzte, das war schnell." Ihr Begleiter schwieg dazu.

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